Vorgeschichte/Histoire/Storia

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Fusion wird angekündigt

Im Oktober 2017 gibt die Geschäftsleitung der Nachrichtenagentur sda bekannt, dass sie mit der Bildagentur Keystone, einer Tochterfirma der sda, fusionieren wird. Dies habe für das Jahr 2018 keine Auswirkungen auf den Personalbestand, sagt der Geschäftsführer Markus Schwab zu diesem Zeitpunkt. Dennoch wird bereits ein Stellenstopp ausgesprochen, sechs Stagiaires und eine Newsmanagerin in Probezeit werden nicht weiterbeschäftigt. Bernard Maissen, seit 25 Jahren im Unternehmen – zuletzt als Chefredaktor und Verantwortlich für den Verkauf – wird entlassen.

Die Information über die Fusion ist knapp, und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der sda stellen sich viele Fragen, vieles bleibt offen. Sorge bereitet den Journalistinnen und Journalisten zum Beispiel die künftige Beteiligung der österreichischen Agentur APA von 30 Prozent, welche vom neuen Unternehmen Dividenden erwartet. Zudem soll im neuen Unternehmen der Bereich Corporate Content ausgebaut werden – die Journalistinnen und Journalisten sehen die Glaubwürdigkeit ihrer Arbeit in Gefahr. Beunruhigt sind die Mitarbeitenden zudem, weil keine konkreten Pläne der zukünftigen Struktur und Inhalte der sda-Dienste vorgelegt werden. Weiter ist in der Geschäftsleitung keine Person mit journalistischem Hintergrund vorgesehen. Was den Mitarbeitenden aber vor allem Sorge bereitet, ist die Frage, welche Bedeutung die Fusion für den Personalbestand haben wird.

Redaktion sucht Gespräch mit Geschäftsleitung und Verwaltungsrat

Anfang Dezember wendet sich die Redaktion mit einem Brief an die Geschäftsleitung und den Verwaltungsrat, bevor diese eine Sitzung zum Budget 2018 abhalten. Darin teilt die Redaktion der GL und dem VR ihre Besorgnis mit:

“Die Redaktion ist nach den Ankündigungen (Stellenstopp/Fusion) der vergangenen Wochen höchst besorgt. Wir befürchten künftig grosse Restrukturierungen, einen erneuten Stellenabbau und eine Abkehr von journalistischen Grundsätzen – einerseits wegen der schwierigen Tarifverhandlungen, anderseits wegen der bevorstehenden Umsetzung der Fusion. Wir zeigen uns auch besorgt um die Angestellten der IT und der Administration. (…) Das Unternehmen vermittelt seit je Werte wie Glaubwürdigkeit, Unabhängigkeit, Transparenz, Fairness und Solidarität zwischen den verschiedenen Sprachregionen. Auf diese Leitlinien wollen wir auch künftig keinesfalls verzichten. Die regionale Verankerung, die inhaltliche Unabhängigkeit von Verlagen, Unternehmen und Verwaltung sollen weiterhin das Fundament unserer Nachrichtenagentur bilden. Wir strecken Ihnen die Hand aus für konstruktive Gespräche. Wir möchten mit Ihnen über die Zukunft des Unternehmens diskutieren, bevor wichtige Entscheide getroffen werden. Wir verlangen Antworten auf Fragen, welche der Redaktion unter den Nägeln brennen.”

Anschliessend werden die Forderungen und Vorschläge mitgeteilt. Die wichtigsten davon:

  • Trotz des geplanten Ausbaus des PR-Geschäfts wollen wir keine Vermischung von PR mit journalistischer Arbeit.
  • Die sda arbeitet nicht gratis. Es werden keine Dienste wie Video gratis angeboten, wie das für 2018 erneut geplant ist. Das neue Tarifmodell ist vom VR verabschiedet worden und muss umgesetzt werden. Wir dulden keine versteckten Rabatte an Kunden.
  • Ein erfahrener Journalist oder eine erfahrene Journalistin muss in der Geschäftsleitung Einsitz nehmen.
  • Wir sprechen uns dagegen aus, dass das künftige Unternehmen Keystone_SDA profitorientiert ist. Nur beim bisherigen Modell ohne Gewinnstreben bleibt Geld im Unternehmen für schlechte Jahre. Zudem stellen Dividendenzahlungen Bundesgelder infrage.

“Aus all diesen Gründen erwarten wir, so bald wie möglich mit der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat an den Gesprächstisch zu kommen, um über unsere Zukunft zu diskutieren. (…) Wir wollen unsere Sicht der Dinge einbringen und mit Ihnen eine gute Lösung erarbeiten. (…) Deshalb verlangen wir bereits vor dem Beschluss des Budgets für 2018 am 13. Dezember durch den Verwaltungsrat ein Gespräch mit Markus Schwab.”

Zu einem Treffen vor der Sitzung des Verwaltungsrats ist die Geschäftsleitung nicht bereit. Nach der Sitzung werden die Mitarbeitenden über weitere Informationen zur Fusion in Kenntnis gesetzt. CEO Markus Schwab räumt ein, dass es zu einem Stellenabbau kommen wird. Er wolle jedoch noch keine weiteren Auskünfte darüber machen. Für zahlreiche Mitarbeitenen beginnt eine sehr unruhige Zeit: Sie sorgen sich ernsthaft um ihre Stelle.

Massenentlassung zum Jahresbeginn

Am 8. Januar erfahren die Mitarbeitenden, was die Geschäftsleitung vor hat: 36 der 150 Vollzeitstellen werden abgebaut – zunächst verkauft als “in den nächsten zwei Jahren”, in Wahrheit sind es 90 Prozent davon bis Ende Januar 2018. Die Schweizer Medien umschreiben die Massnahmen mit einem “Kahlschlag bei der sda”.

Zudem werden erste Massnahmen bekannt gegeben: Inland- und Auslandredaktion werden zusammengelegt; Ausland-Meldungen sollen ohne Bearbeitung “durchgereicht” werden; Wirtschaftsressort wird gestrichen; Stellenstopp; “Frühpensionierungen”, die sich im Nachhinein als Entlassung für alle über 60-Jährigen entpuppten; individuelle Pensenkürzungen.

Weil es sich hier um eine Massenentlassung handelt, ist die Geschäftsleitung  gezwungen, der Redaktion eine Konsultationsfrist zu gewähren. Diese beschränkt sie auf nur zehn Tage. Gleichzeitig behält sie der Redaktionskomission Informationen vor, welche diese benötigt hätte, um sachdienliche Vorschläge einreichen zu können. Die GL gewährt der Redaktionskommission keine Fristverlängerung.

Redaktion ruft Warnstreik aus

Alle Versuche der Redaktion, gemeinsam mit der Geschäftsleitung eine tragbare Lösung für die schwierige Situation zu finden, sind erfolglos. Dennoch gibt die Redaktion der GL ihre Vorschläge fristgerecht ein. Die GL macht folgende Zugeständnisse:

“Die Eingliederung der italienischen in die französische Redaktion wird vorerst aufgeschoben. Der Nachtdienst in Sydney wird vorläufig beibehalten. Alle Mitarbeitenden (inklusive Kader) wechseln für Dienstreisen im öffentlichen Verkehr auf die zweite Klasse. Die Direktion ist bereit, mit der ReKo und den Mediengewerkschaften Syndicom und impressum ein Gespräch zum Sozialplan zu führen. Bis Ende 2019 wird bei Stellenbesetzungen denjenigen Personen Vorrang gegeben, die eine Pensenreduktion hinnehmen mussten.”

Gleichzeitig gibt sie folgende Massnahmen bekannt:

Frühpensionierungen (12 Personen)
Verlagerung von Stellen zur AWP (6 Personen)
Pensumsänderungen (51 Personen mit total 6,2 Vollzeitstellen)
Auslaufende Stagiaire-Verträge (6 Personen)
Freiwillige und bereits erfolgte Kündigungen (3 Personen)
Entlassungen ohne Anschlusslösung (8 Personen mit 4,3 Vollzeitstellen)

Mit diesem Ergebnis kann die Redaktion nicht zufrieden sein – bei den Hauptforderungen gibt es kein Entgegenkommen. Zudem ist die GL nicht bereit, den Stellenabbau und die Kündigungen grundsätzlich in Frage zu stellen.

Die Redaktion ruft am Dienstagnachmittag, 23. Januar – getragen von den beiden Gewerkschaften – einen dreistündigen Warnstreik aus. Alle Journalistinnen und Journalisten im Dienst legen ihre Arbeit nieder; Mitarbeitende, die frei haben, sind am Streik vor Ort. Auch ehemalige und pensionierte sda-ler sowie Kunstschaffende und Vertreter anderer Gewerkschaften nehmen am Streik teil. Von der Politik stehen Regula Rytz (Grüne) und Matthias Aebischer (SP) am Rednerpult. Während dem Streik müssen alle zehn Minuten zwei Personen den Raum verlassen, weil sie zum Gespräch aufgeboten sind. Die meisten kommen mit erzwungenen Pensenreduktionen zurück (wer den Vorschlag nicht annimmt, wird entlassen), für alle über 60-Jährigen und einige Mitarbeitende der Wirtschaftsredaktion bedeutet das Gespräch die Entlassung.

Spätestens seit diesem Zeitpunkt haben die Ereignisse um die sda eine hohe Aufmerksamkeit erlangt. Bundesratssprecher André Simonazzi, weitere Politiker wie CVP-Präsident Gerhard Pfister beziehen Stellung; es wird zu Sympathiebekundungen aufgerufen; eine Petition zur Rettung der sda wird lanciert; die Medien greifen das Thema auf; eine sda-Verwaltungsrätin legt ihr Mandat nieder. Bis auf wenige Zugeständnisse bleiben aber nach wie vor viele Forderungen unerfüllt.

Gemeinsam kämpfen die Journalistinnen und Journalisten weiter, bis die Geschäftsleitung und Verleger erkennen, was der angedachte Kurs für die sda und damit für die Medienlandschaft bedeutet.

*

Chronique d’un démantèlement

  1. Nuages à l’horizon

« Où est Berni ? » : plusieurs journalistes de l’Agence télégraphique suisse (ATS) s’étonnent dès l’automne 2017 de l’absence de leur rédacteur en chef.

Le 17 octobre 2017, les premières difficultés sont annoncées. Les négociations sur les nouveaux tarifs avec les clients de l’ATS s’annoncent ardues.

Premier coup de semonce: six stagiaires, certains engagés depuis quelques mois seulement, d’autres terminant leur stage, apprennent qu’ils ne pourront pas rester à l’ATS au terme de leur contrat. Les postes ouverts ne seront pas repourvus.

  1. Fusion avec Keystone : les dividendes à la clé

Le 30 octobre, la rédaction est invitée le matin même à une « séance d’information sur une étape très importante concernant le groupe ats ». Pour la première fois, le nom de Markus Schwab apparaît. C’est lui qui prend désormais les manettes de l’Agence.

A 10h00, les journalistes de l’ATS apprennent coup sur coup le départ de Bernard Maissen et la fusion avec l’agence photo Keystone. L’information fait l’objet d’une conférence de presse en fin de matinée à Zurich. Avec Markus Schwab, promu futur CEO de KEYSTONE_ATS, et l’actuel directeur de Keystone, Jann Jenatsch.

La nouvelle entité: faire de l’ATS une entreprise multimédia et développer le secteur non-média, en clair, le contenu publicitaire. Qui va produire ces nouveaux contenus appelés pompeusement « Corporate Contents », comment les différenciera-t-on des dépêches d’agence, comment garantir la neutralité de l’ATS dès lors qu’elle serait dépendante de la pub… Beaucoup de questions restent sans réponses, aujourd’hui encore.

L’agence de presse autrichienne APA devient le nouvel actionnaire principal de KEYSTONE_ATS à hauteur de 30%. Et KEYSTONE_ATS devra verser des dividendes à ses actionnaires. Suite à la nouvelle répartition des parts dans l’actionnariat, l’ATS verse à titre de dédommagement 15 millions de francs  de ses reserves à ses actionnaires. Tamedia, le plus imposant, devrait recevoir environ 5 millions.

La séance d’information à peine terminée, Bernard Maissen prend officiellement congé de la « meilleure rédaction d’actualité ». Dans son mail au personnel, il souligne le climat d’ouverture, de transparence et de respect mutuel qui caractérise l’ATS.

Depuis le 30 octobre, les journalistes ne sont plus représentés dans la direction de l’ATS. Les deux rédacteurs en chef adjoints n’y ont pas leur place.

  1. L’ats navigue à vue : rabais à tout-va

Novembre : Les nouveaux modèles tarifaires présentés par la direction rencontrent toujours de fortes résistances auprès des clients. Certains renoncent à quelques services pour ne pas payer plus cher. D’autres temporisent. Les tarifs doivent être revus en collaboration avec Keystone.

Malgré tout, Markus Schwab promet qu’il n’y aura pas de changement de personnel en 2018 et aucun bureau ne sera fermé dans les régions. A moyen terme, Lausanne, Berne et Zurich deviendront plus importants. Le caractère flou des propos du nouveau grand chef renforcent l’incertitude. Les rédacteurs en chefs adjoints disent ne rien savoir.

Comme aucune information ne filtre, la Commission de rédaction décide de passer à l’action. Le 3 novembre, elle propose plusieurs séances internes aux journalistes. Elle entend adopter une résolution pour montrer à la nouvelle direction que la rédaction veut participer activement aux discussions. Sa première inquiétude : que l’indépendance des journalistes ne soit plus garantie.

  1. Toujours pas de budget

Le 14 décembre, la rédaction est conviée à une nouvelle séance d’information. Avec, cette fois, Jann Jenatsch, le futur rédacteur en chef de KEYSTONE_ATS. Durant la première heure, l’homme se montre agréable et ouvert. Mais l’ambiance change du tout au tout lorsqu’il exhibe devant la salle la résolution adoptée par la rédaction. Une mauvaise idée selon lui. Il prend la résolution comme une initiative isolée de la Commission de rédaction, alors que les journalistes veulent encore croire à un dialogue avec la direction.

Markus Schwab annonce qu’il y aura des licenciements, plus ou moins nombreux. Des « vraies » retraites anticipées et des réductions de pourcentage sont à prévoir, annonce le directeur. Aucun chiffre n’est avancé. Trois scénarios sont sur la table et dépendront des contrats signés par les clients d’ici la fin de l’année.

A la mi-décembre, l’ATS ne dispose toujours pas de budget.

  1. Coup de massue : la rédaction amputée d’au moins un quart de son effectif

Le retour des fêtes de fin d’année est glacial. Le 8 janvier, un interne de la direction annonce la restructuration chiffres à l’appui : 35 à 40 équivalents plein temps sur 150 que compte la rédaction doivent disparaître. Sans délai. Les licenciements seront prononcés avant la fin du mois de janvier. Quarante-trois autres employés voient leur temps de travail réduit.

La rédaction est sous le choc. Personne n’avait imaginé pareil programme d’austérité. L’annonce intervient par mail à 16h00. Plusieurs collaborateurs apprennent la nouvelle par la radio ou la télévision.

Les femmes dès 60 ans et les hommes dès 61 ans, pour la plupart des collaborateurs qui ont accompagné l’ATS pendant de longues années, sont mis en « retraite anticipée ». La proposition porte bien mal son nom, puisqu’il s’agit de les mettre au chômage durant 2 ans, sans compenser la perte de l´AVS et du 2e pilier.

Un plan social de 1,5 à 2 millions de francs est prévu. La restructuration doit s’étaler sur 2 ans ; en réalité 90% des changements doivent être prononcés à la fin janvier.

Les rubriques « suisse » et « étrangère » sont fusionnées pour former un pool national/international. Quant à la rubrique économique, elle disparaît  corps et biens. Seules six personnes ont la possibilité de postuler chez awp, une filiale de l’ATS.

La rédaction italophone est subordonnée au chef francophone. Les chefs de rubriques sont éparpillés entre les bureaux de Berne, de Zurich et de Lausanne.

Pour la direction, « il n’y a pas d’autre choix ». Markus Schwab assure que suite à la fusion avec Keystone, il n’y aura pas de nouvelles mesures d’économie, mais il revient sur ses paroles quelques jours plus tard.

  1. La rédaction se rebiffe

L’information par mail est confirmée lors d’assemblées du personnel à Berne, Lausanne et Zurich le 15 janvier. La direction, inflexible, reste sourde aux quelques protestations qui fusent lors de ces séances. Invité à confirmer son salaire de 450’000 francs, Markus Schwab refuse de commenter. Interrogé sur l’idée d’un effort de solidarité partagé par la base et la direction, le CEO répond par un niet déterminé : « Je ne me laisserai fixer aucune ligne rouge. Quiconque le voudrait n’a pas d’avenir professionnel avec moi ».

Le dialogue avec la direction est difficile por la Commission de rédaction. Celle-ci a dix jours pour proposer des alternatives. La direction ne communique pas à la CoRé les documents dont elle a besoin pour formuler des propositions et ces dernières sont balayées d’un simple revers de la main. Elle refuse net de prolonger le délai de consultation. Les rédacteurs ne font plus confiance à leur direction.

Le 16 janvier, le personnel se rassemble en assemblée extraordinaire. La salle est pleine à craquer, près de 90 journalistes de Genève, Lausanne, Zurich, Coire font le déplacement. Plusieurs qui n’ont pas pu se déplacer ont donné des procurations pour les votes. L’ambiance est survoltée.

A l’unanimité, les journalistes décident d’envoyer une lettre au Conseil fédéral, aux Chambres fédérales, à la Chancellerie de la Confédération et aux gouvernements cantonaux. A l’unanimité et une abstention, ils décident d’observer une grève d’avertissement si la direction refuse de reporter ses décisions et si elle n’entre pas en matière sur un plan social digne de ce nom.

Le 18 janvier, la Commission de la rédaction fait parvenir à la direction les propositions de la rédaction et lui indique avoir préparé des mesures de luttes et être prête à les appliquer en cas de besoin. Grand absent lors de cette réunion : Markus Schwab. Une absence incompréhensible pour la Commission de la rédaction.

A nouveau, les propositions sont presque toutes balayées. Une ouverture se profile toutefois pour le plan social. Petites concessions : rédacteurs et cadres circuleront à l’avenir en 2e classe dans les trains, la rubrique tessinoise n’est provisoirement pas rattachée à la francophone et le service de nuit est maintenu, pour l’instant, à Sydney. Pour le reste, la direction maintient son cap. La CoRé elle non plus « ne lâche rien ».

  1. La grève : historique en 123 ans d’existence

Le 23 janvier restera un mardi noir dans l’histoire de l’ATS. En 123 ans d’existence, les agenciers se mettent pour la première fois en grève. C’est une grève d’avertissement limitée à trois heures durant l’après-midi. Les chefs de rubriques sont forcés par la direction d’assurer un service minimum.

Les journalistes reçoivent des soutiens de toutes parts. Radio et TV nationales et régionales couvrent la grève. Et le monde politique se réveille en découvrant les conséquences que ce programme d’austérité risque d’avoir sur la qualité de la couverture médiatique nationale assurée par l’ATS.

Alors que les journalistes débrayent, les entretiens personnels commencent. Les premiers licenciements sont prononcés. Certains se voient signifié une réduction de pensum. Pour d’autres c’est le statu quo, mais on est loin du soulagement. L’ambiance est plombée.

La directrice des rédactions du Nouvelliste Sandra Jean annonce sa démission du Conseil d’administration de l’ATS pour protester contre les orientations de l’entreprise. Le président Hans Heinrich Coninx respecte mais confirme la nouvelle organisation de l’entreprise, une stratégie décidée à l’unanimité du conseil d’administration en décembre. C’est la première fois qu’il s’exprime publiquement au nom des propriétaires de l’ATS.

Le 28 janvier, Markus Schwab donne une longue interview à la NZZ am Sonntag : « L’ATS n’a de comptes à rendre qu’à ses actionnaires », déclare-t-il. Ajoutant : « L’ATS est une société anonyme privée orientée vers le profit.»

*

Cronaca di uno smantellamento

1. Nubi all’orizzonte

“Dov’è Berni?”: molti giornalisti dell’Agenzia telegrafica svizzera (Ats) si stupiscono nell’autunno scorso per l’assenza del loro caporedattore. Il 17 ottobre 2017, vengono annunciate le prime difficoltà. Le trattative con i clienti dell’Ats in vista delle nuove tariffe si preannunciano difficili. Prima notizia cupa: sei stagisti, alcuni dei quali
stanno per terminare il loro stage, apprendono che non potranno restare all’Ats al termine del loro contratto. I loro posti non saranno rioccupati da altre persone.
2. Fusione con Keystone

I dividendi agli azionisti Il mattino del 30 ottobre, la redazione è invitata a una “seduta informativa concernente una tappa molto importante per il gruppo Ats”. Per la prima volta appare il nome di Markus Schwab. È lui che assume le redini dell’agenzia. Alle 10.00 i giornalisti dell’Ats vengono a sapere della partenza di Bernard Maissen e della fusione con l’agenzia fotografica Keystone. L’informazione sarà oggetto di una conferenza stampa alla fine della mattinata a Zurigo: vi partecipano Markus Schwab, promosso a futuro CEO di Keystone-Ats, e l’attuale direttore di Keystone, Jann Jenatsch.
La nuova entità vuole fare dell’Ats un’azienda multimediale e sviluppare il settore
non-giornalistico, ovvero i contenuti pubblicitari. Chi produrrà questi nuovi contenuti chiamati pomposamente “Corporate Contents”? Come si differenzieranno i dispacci d’agenzia? Come verrà garantita la neutralità dell’Ats, che sarà ormai dipendente dalla pubblicità? Molte domande, che sono rimaste ancora oggi senza una risposta.
L’agenzia di stampa austriaca APA diventa il nuovo azionista principale di Keystone-Ats con una quota del 30%. Keystone-Ats dovrà versare dividendi ai suoi azionisti. In seguito alla nuova ripartizione delle quote, l’Ats verserà ai suoi azionisti a titolo di compensazione 15 milioni di franchi prelevati dalle sue riserve. Il più importante di essi, Tamedia, dovrebbe ricevere circa 5 milioni.
Non appena terminata la seduta informativa, Bernard Maissen prende ufficialmente congedo da quella che definisce “la migliore redazione d’attualità”: nella sua email al personale, sottolinea il clima d’apertura, di trasparenza e di rispetto reciproco che caratterizza l’Ats. Dal 30 ottobre i giornalisti non sono più rappresentati nella direzione dell’Ats. I tre caporedattori supplenti non vi trovano alcun posto.
3. L’Ats naviga a vista: sconti a volontà

In novembre i nuovi modelli tariffari presentati dalla direzione incontrano ancora una forte resistenza da parte dei clienti. Alcuni rinunciano a determinati servizi per non dover pagare di più. Altri invece temporeggiano. I prezzi devono quindi essere rivisti in collaborazione con Keystone.
Malgrado tutto, Markus Schwab promette che non ci saranno cambiamenti a livello di personale nel 2018 e che nessun ufficio regionale sarà chiuso. Viene annunciato che a medio termine Losanna, Berna e Zurigo diventeranno più importanti. Il carattere opaco delle proposte dei nuovi vertici alimenta ulteriormente l’incertezza.
Siccome nessuna informazione filtra, il comitato di redazione decide di passare all’azione. Il 3 novembre propone diverse riunioni interne. L’obiettivo è quello di adottare una risoluzione per mostrare alla nuova direzione che la redazione vuole partecipare attivamente alle discussioni. La preoccupazione maggiore è quella di perdere l’indipendenza giornalistica.
4. Sempre senza budget:

Il 14 dicembre, la redazione è invitata a una nuova seduta informativa. Presente, questa volta, anche Jann Jenatsch, il futuro caporedattore di Keystone-Ats. Durante la prima ora, si mostra simpatico e aperto. Ma l’atmosfera cambia completamente quando esibisce davanti alla sala la risoluzione adottata dalla redazione. Una cattiva idea, a suo avviso. Ritiene la risoluzione un’iniziativa isolata del comitato di redazione, mentre i giornalisti vogliono ancora credere a un dialogo con la direzione.
Markus Schwab annuncia che ci saranno dei licenziamenti, più o meno numerosi. Dei “veri” pensionamenti anticipati e riduzioni di percentuali sono da prevedere, annuncia il direttore. Non viene citata alcuna cifra. Tre scenari sono sul tavolo e dipenderanno dai contratti firmati dai clienti entro la fine dell’anno. A metà dicembre, l’Ats non dispone ancora di un budget.
5. La mazzata: redazione amputata di almeno un quarto dei suoi effettivi

Il ritorno dalle feste di fine anno è glaciale. L’8 gennaio una comunicazione interna della
direzione annuncia una ristrutturazione: un taglio che va dai 35 ai 40 impieghi a tempo pieno sui 150 della redazione. Immediatamente. I licenziamenti saranno pronunciati prima della fine di gennaio. Altri 43 dipendenti si vedono ridurre il tempo di lavoro.
La redazione è sotto shock. Nessuno si immaginava un tale programma di austerità. L’annuncio arriva per mail alle 16:00. Diversi collaboratori apprendono la notizia alla radio o alla televisione. Le donne di 60 anni e gli uomini di 61, nella maggioranza dei casi collaboratori fedeli all’Ats per lunghi anni, sono messi in “pensionamento anticipato”. L’espressione nasconde però la verità, poiché si tratta di mettere gli interessati in disoccupazione per due anni, senza compensare la perdita relativa all’AVS e al II pilastro.
È previsto un piano sociale per una cifra compresa tra 1,5 e 2 milioni di franchi. La
ristrutturazione dovrebbe essere dilatata su due anni, ma in realtà il 90% dei cambiamenti deve essere pronunciato entro fine gennaio.
Le rubriche “Svizzera” ed “estero” vengono fuse in un “pool” nazionale/internazionale. Quanto alla rubrica economica, questa sparisce e solamente sei redattori economici hanno la possibilità di candidarsi presso l’agenzia finanziaria Awp, una filiale di Ats.
La redazione italofona è subordinata al capo francofono. I capi rubrica sono sparpagliati tra gli uffici di Berna, Zurigo e Losanna.
Per la direzione, “non c’è altra scelta”. Markus Schwab assicura che in seguito alla fusione con Keystone non ci saranno nuove misure di risparmio, ma si smentisce qualche giorno più tardi.
6. La redazione si ribella

L’informazione via posta elettronica è confermata durante le assemblee del personale a Berna, Losanna e Zurigo il 15 gennaio. La direzione, inflessibile, rimane sorda alle proteste che scoppiano durante questi incontri. Invitato a confermare che il suo stipendio è di 450’000 franchi Markus Schwab rifiuta ogni commento. Interpellato sull’idea di uno sforzo di solidarietà condiviso dalla base e dalla direzione, il CEO risponde con un “no” determinato. “Non permetterò che mi si imponga una linea rossa: chiunque volesse farlo non avrà un futuro professionale con me”. Per il comitato di redazione il dialogo con la direzione è difficile: ai rappresentanti del personale
vengono concessi solo dieci giorni per proporre alternative e la direzione non fornisce i
documenti di cui ha bisogno per formulare le proposte. Queste vengono poi semplicemente ignorate. La direzione oppone anche un netto rifiuto alla richiesta di prolungare il periodo di consultazione. I redattori non si fidano più della loro direzione.
Il 16 gennaio il personale si riunisce in assemblea straordinaria. La sala in cui avviene la
riunione è strapiena, con quasi 90 giornalisti provenienti anche da Ginevra, Losanna, Zurigo e Coira. Molti di coloro che non hanno potuto partecipare hanno delegato il loro voto a colleghi. L’atmosfera è elettrica.
All’unanimità, i giornalisti decidono di inviare una lettera al Consiglio federale, alle Camere, alla Cancelleria della Confederazione e ai governi cantonali. Sempre all’unanimità e con una astensione, decidono di indire uno sciopero di avvertimento se la direzione rifiuta di rinviare le decisioni ed entrare in materia su un piano sociale degno di questo nome.
Il 18 gennaio, il comitato di redazione fa pervenire alla direzione una proposta, indicando di aver preparato misure di lotta e di essere pronta – con tutta la redazione – ad attuarle in caso di bisogno. In occasione della riunione su questi temi il grande assente è Markus Schwab: una mancata presenza che la redazione giudica incomprensibile. Ancora una volta le proposte sono spazzate via. Un’apertura però si profila almeno sul lato del piano sociale. Altre piccole concessioni: redattori e quadri viaggeranno in futuro in seconda classe sui treni e la redazione italofona, provvisoriamente, non verrà integrata in quella francofona. Il servizio notturno sarà inoltre, per il momento, mantenuto a Sydney. Per il resto, la direzione rimane sulle sue posizioni. Nemmeno il comitato di redazione è però disposto a mollare.
7. Lo sciopero: il primo in 123 anni di storia

Il 23 gennaio 2018 rimarrà scolpito nella storia dell’Ats: per la prima volta nei 123 anni di
esistenza dell’azienda, i giornalisti di agenzia scendono in sciopero. Si tratta di un’agitazione di avvertimento limitata a tre ore nel pomeriggio. I capi rubrica sono obbligati dalla direzione a garantire un livello minimo di servizio in tedesco e francese, mentre in italiano non viene diffusa alcuna notizia.
I giornalisti ricevono sostegno da più parti. Le radio, le televisioni e i siti internet nazionali e regionali coprono lo sciopero. Il mondo politico si sveglia e scopre improvvisamente le conseguenze che il programma di austerità potrebbe avere sulla qualità della copertura mediatica nazionale fornita dall’Ats.
Mentre i giornalisti scioperano iniziano i colloqui personali dei dipendenti con i loro superiori. Vengono pronunciati i primi licenziamenti. Alcune persone si vedono imporre una riduzione del tempo di lavoro. Per altre viene annunciato lo status quo, che è però ben lungi dall’essere un sollievo. L’atmosfera è pesante.
Sandra Jean, direttrice delle redazioni del quotidiano vallesano Nouvelliste e responsabile delle riviste del gruppo editoriale romando ESH, annuncia le sue dimissioni dal consiglio di amministrazione di Ats, per protesta contro l’orientamento assunto dalla società. Il presidente Hans Heinrich Coninx ne prende atto, ma conferma la nuova organizzazione dell’azienda, una strategia decisa all’unanimità dal consiglio di amministrazione in dicembre. È la prima volta che si esprime pubblicamente a nome dei proprietari dell’Ats.
Il 28 gennaio Markus Schwab rilascia una lunga intervista alla NZZ am Sonntag. “L’Ats deve rendere conto solo ai suoi azionisti”, afferma. “L’Ats è una società anonima orientata al profitto”.

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