Aufruf von ehemaligen SDAlern

Die Nachrichtenagentur der Schweiz darf nicht mutwillig zerstört werden!

Die Schweizerische Depeschenagentur SDA ist 1894 gegründet worden. Damals mit dem Willen, sich unabhängig von ausländischen Agenturen zu machen und verbunden mit dem Effizienzgedanken, dass die verschiedenen Medien der Schweiz über eine gemeinsame Nachrichtenquelle verfügen.

Heute ist SDA für die schweizweite mediale Grundversorgung unerlässlich und nimmt somit eine wichtige Service-Public-Funktion wahr. In Zeiten von „Fake News“ berichtet die SDA aus Bern und 13 Regionalredaktionen neutral, faktenbasiert und zuverlässig in drei Landessprachen über das politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Geschehen im ganzen Land und international. Die SDA funktionierte bislang eigenwirtschaftlich und als solide Ausbildnerin für das journalistische Handwerk. Sie ist gleichsam das journalistische Gewissen der Schweiz.

Diese Institution, Garantin für Zuverlässigkeit, Fakten und Transparenz, ist in akuter Gefahr. Sie soll der Gewinnmaximierung geopfert werden von Leuten, die offensichtlich weder ein staats- und medienpolitisches Bewusstsein, eine unternehmerische Ambition oder redaktionelles Know-how haben, noch die minimalsten Anstandsregeln im Umgang mit ihrem Personal beherrschen. Ein Interview des für die desolate Situation verantwortlichen Chefs bestätigt dessen Unvermögen und den Zynismus der Hintermänner in unverblümter Offenheit.

Die direkte Demokratie lebt von Meinungsvielfalt und öffentlichem Diskurs. Exakt dies ermöglicht die SDA mit dem kontinuierlichen Fluss von Informationen aus allen Landesteilen und dem Ausland zu allen relevanten Themen. Die einzige Nachrichtenagentur der Schweiz darf nicht von Personen, die nur dem kurzfristigen Gewinnstreben verpflichtet sind, mutwillig zerstört werden!

Dieser Aufruf wurde von ehemaligen SDAlern geschrieben und unterzeichnet. Sie sind von der zentralen Aufgabe der SDA überzeugt. Die SDA sei eine der wenigen Schweizer Redaktionen, in der die deutsch-, französisch- und italienisch-sprachige Redaktion im selben Büro zusammen arbeitet. Der Informationsfluss zwischen den Sprachregionen würde ohne SDA noch schlechter funktionieren, so die Ehemaligen.

Wer seinen Namen unter diesen Aufruf setzen will, soll sich bitte via Kontakt-Formular melden. Besten Dank für eure Unterstützung!

Folgende Personen haben den Aufruf bereits unterschrieben:

Claire Houriet Rime, Kathrin Nägeli, Fabian Christl, Thomas Pohl, Thomas Heeb, Matthias Preisser, Philippe Gumy, Alex Capus, Sandrine Rovere, Emmanuelle Robert, Marie-Christine Mousson, Ursula Santschi, Pierre-Alain Eltschinger, Stéphane Cuennet, Ursina Trautmann, Emmanuelle Robert, Patricia Götti, Anne Fournier, Rémy Kappeler, Julie Zaugg, Emanuela Tonasso, Elisabeth Hausmann, Elsbeth Gugger, Meinrad Buholzer, Oswald Sigg, Karina Rierola, Rebecca Vermot, Olivier Aebischer, Thomas Zimmermann, Simon Koechlin, Anna Aebischer-Imfeld, Anja Germond, Martina Arpagaus, Stefan Kunfermann, Matthias Kägi, Cornelia Egli, Marco Fähndrich

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41 thoughts on “Aufruf von ehemaligen SDAlern”

  1. On ne peut pas laisser démanteler l’ATS alors que les rédactions comptent de moins en moins de journalistes.

    L’information est un droit, mais elle ne tombe pas du ciel!

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  2. Le travail d’information rigoureux et impartial de l’ATS est vital pour la démocratie et sa diversité linguistique. Je suis fière d’avoir été formée à cette école de la qualité et apporte à mes anciens collègues mon soutien total. Bravo et courage.

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    1. Ich unterstütze den Kampf der SDA-Mitarbeitenden von ganzem Herzen. Über 40 Jahre habe ich bei der SDA gearbeitet, und es gab immer wieder mal Arbeitskonflikte. Was aber jetzt geschieht, ist bar jeden Anstands, dumm und unglaublich kurzsichtig… Und beschämend ist, wie sich doch einige haben kaufen und einwickeln lassen. Es gibt einfach Grenzen, die, wenn sie überschritten werden, ein NEIN erfordern – auch seitens der Kader. Ursula Santschi

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      1. Danke Ursula,
        da kann ich dir beipflichten. Wir erwarten von unseren Chefinnen und Chefs, dass sie sich nicht nur für uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einsetzen, sondern auch für das Unternehmen, in dem sie selbst teilweise seit Jahrehnten arbeiten. Gemeinsam sind wir stark!
        Silvia Minder, Redaktorin Büro St. Gallen

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  3. L’ATS est une des seules redactions qui forme encore de jeunes journalistes, la relève de demain. Elle le fait avec rigueur, humanité et efficacité. Il s’agit aussi du dernier bastion du journalisme dans de nombreuses régions de Suisse qui ne sont plus couvertes par les autres médias. Longue vie à l’ATS!

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  4. On assiste, hébété, au démantèlement de l’ats au nom du profit des actionnaires qui sont en même temps les clients… Le serpent se mord la queue. Une agence de presse en mains de dirigeants qui ne savent pas ce qu’est l’information… Un monde politique obnubilé par l’initiative „No Billag“, mais qui peine à défendre les petites mains du journalisme… Les petites mains anonymes ont désormais des visages, elles ont eu le courage de descendre dans la rue, de défendre l’information. Vous faites l’information, vous êtes l’information. Plein soutien à la rédaction de l’ats !

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  5. Liebe KollegInnen. Gratuliere euch zu euren Mut! Nach 27 sda-Jahren liegen mir deren Fortbestand und die bisherigen Qualutätsstandards nach wie vor sehr am Herzen. Seit einiger Zeit hat in der Chefetage ein Kulturwandel stattgefunden, der einen frieren lässt. Es hat hier eine erschreckende Kaltschnäuzigkeit Einzug gehalten. Soziale Verantwortung ist zum Fremdwort geworden.

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  6. Kaum zu glauben, was sich in der sda/ats – meiner ehemaligen Arbeitgeberin – in diesen Tagen abspielt! Ich bin wirklich entsetzt! Selbstverständlich, liebe ex-KollegInnen, unterstütze ich euren mutigen Kampf und rufe euch aus der Ferne zu: durchhalten!!!
    Herzlich aus Amsterdam, Elsbeth Gugger

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  7. Wirklich mutig, auf diese Weise für die mediale Grundversorgung und die eigenen Anstellungsbedingungen einzustehen – Chapeau! Und v i e l Erfolg!!!

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  8. Auch auf diesem Weg: Mich hat Euer Engagement für die SDA und für den Journalismus immer beeindruckt – früher in der Redaktion und bei Ausseneinsätzen, jetzt gezwungenermassen auf den Strassen. Merci für Euren Einsatz!

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  9. Es ist unglaublich, wie zur Zeit mit „No billag“ und Profitgier daran gearbeitet wird, die „Vierte Gewalt“ zu schwächen, und kann nur hoffen, dass der Widerstand dagegen Früchte trägt. Ich bin froh um euren Mut zu streiken und hoffe, dass der öffentliche Druck auf Verwaltungsrat und Geschäftsführung steigt – für euch und für eine qualitativ hochstehende SDA!

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  10. Vor dem Hintergrund von “No-Billag” ist es interessant und bezeichnend folgendes zu beobachten:
    Die selben Kreise welche im Rahmen von “No-Billag” gegen Meinungsjournalismus blöken wollen nun bei der politisch neutralen Depeschenagentur sparen.
    Was wollen diese Kreise wirklich? Ihre gesponsorte Meinung via Gratispresse ans Volch bringen?

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  11. Noch vor fünf Jahren war es für mich unvorstellbar,
    – dass von der SDA-Führung Töne angeschlagen wie heute,
    – dass die Kernkompetenz der Agentur, der Journalismus, in der Geschäftsleitung nicht mehr vertreten sein soll,
    – dass die SDA, die gegründet wurde, um nicht von den fake news aus dem Ausland abhängig zu sein, sang- und klanglos eine ausländische Beteiligung erhält, die offenbar Gewinne sehen will und kein Interesse hat an der Aufgabe der Agentur,
    – dass die Schweizer Verlage, denen die SDA zum grössten Teil gehört, dazu offenbar nichts zu sagen haben und schweigen,
    – dass in einem “Blitzkrieg” die Redaktion um einen Viertel reduziert wird, ohne dass sie etwas dazu zu sagen hat,
    – und dass der CEO nicht mal weiss, was auf der aktuellen Homepage seines Unternehmens steht (dass die SDA nicht gewinnorientiert ist).
    Eine solche Entwicklung darf nicht widerstandslos hingenommen werden.

    Meinrad Buholzer

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  12. Agli ex colleghi tutta la mia solidarietà e gratitudine! Siete gli eroi silenziosi dell‘informazione che a giusto titolo ora alzano la voce: per un giornalismo di qualità al servizio della democrazia in tutta la Svizzera!

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  13. Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, chers collègues, cari colleghi
    Ihr streikt. Bravo.
    Das ist zwar etwas Seltsames in einem Medienbetrieb. Und etwas ganz Seltenes in einem Land ohne Streikkultur.
    Und trotzdem: ihr seid auf dem richtigen Weg. Die letztlich von den Verlegern angeordnete Massenentlassung gefährdet die Existenz der SDA.
    Wenn schon haben wir doch eine kleine Kultur der Mitbestimmung. Die hat hier keine Rolle gespielt. Und nicht nur hier und jetzt.
    Schon damals nicht, als die SDA-Besitzer über ein allzu durchsichtiges Manöver die einzige Konkurrenz, AP Schweiz, still legten. Oder jetzt, wenn dieselben Verleger eine stattliche Aktienminderheit ins Ausland verkaufen. So, dass die Gewinn-Reserven dran glauben müssen, um zwei grosse Verleger ausbezahlen zu können. Ein perverser Vorgang. Man könnte doch die Gewinn- in Krisen-Reserven umwandeln und Eure Arbeitsplätze sicherstellen – das wäre wenigstens logisch.
    Ihr seid letzthin im Tages-Anzeiger und im Bund zu Helden der Arbeit befördert worden. Das müsst Ihr nicht so ernst nehmen, es ist nur ein etwas biederer Zynismus aus Zürich. Und er ist erst noch einigermassen kongruent mit der neo-freisinnigen Bezeichnung der SRG als in der Tradition der Staatspropagandasender Hitlers und Stalins stehend.
    Was diese politischen Kreise an der SRG wie auch an der SDA stört, ist ihre Rolle im Mediensystem: sie stehen für Qualität im Journalismus. Während die Verleger heute nur noch ein einziges Ziel kennen: Profit. Die SDA ist noch immer das Fundament und die Tragkonstruktion unseres Mediensystems. Dank Eurer täglichen Arbeit gehört sie zu den zivilisatorischen Errungenschaften, die für unsere direkte Demokratie unerlässlich sind.
    Im Falle der SDA stellt sich aber die Frage, ob auch heute und in Zukunft die Agenturleistungen für die news rooms der Redaktionen unverzichtbar sind. Dazu habe ich vor ein paar Tagen eine kleine anonyme, nicht repräsentative Umfrage bei Journalistinnen von Radio, TV, Zeitungen, Gratiszeitungen und bei einer Bundesstelle gemacht.
    Das Resultat ist eindrücklich: Auf die Frage, ist die SDA für ihre tägliche Arbeit unverzichtbar, haben 85,7 % mit JA geantwortet und 14, 3 %, nämlich einer, mit „sehr wichtig“. La préposée à l‘information au service secret de la Confédération m’avait dit: je vous réponds froidement oui, mais en tant qu‘ancienne journaliste je souligne ce oui trois fois.

    Damit möchte ich Euch allen Mut machen, den Streik fortzusetzen. Erzwingt mit ihm das Überleben der SDA und gebt ihr eine neue Perspektive.

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  14. Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    vielen Dank für Eure mutige und entschiedene Reaktion auf das ungeheurliche Vorgehen Eurer Direktion! Wir haben uns im Medienbereich in letzter Zeit an zu viele Hiobsbotschaften gewöhnt. Doch dass die letzte allgemeine Presseagentur förmlich zerschlagen werden soll, das kam in unseren Alpträumen nicht vor, ebensowenig wie die “No Billag”.
    Die SDA war immer die schnelle und verlässliche Informationsgrundlage für uns andere, die wir uns mit grösserer Freiheit im Journalismus herumtummelten. Die SDA-JournalistInnen waren und sind grundsolide und diskret, und Eure Arbeit bleibt unverzichtbar, das Rückgrat der Berichterstattung.
    Ich hoffe nicht nur auf eine Lösung für Euren Arbeitskampf – “ein Streik ist keine Sonntagsschule” sondern harte Arbeit – sondern auch auf die konkrete Anerkennung der Agenturarbeit als öffentlicher Dienstleistung.

    Sur ça, je vous félicite pour votre action, votre courage et votre pérséverance.
    En espérant vous pouvoir lire tous et toutes encore au futur, je vous souhaite grand succès pour la suite.
    Cordialement
    Christa Mutter

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  15. Bravo pour votre courage!
    L’information n’est pas une marchandise. Il est indispensable de renforcer le collectif et le service public.

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  16. Liebe SDA’ler,
    Was grad passiert, tut mir im Herzen weh für diesen rasant(en) präzisen Journalismus, den ihr täglich liefert – en français, in italiano e tedescho. Die SDA ist und bleibt für mich ein Stück Schweiz at it’s best. Um das es sich zu kämpfen lohnt! ¡Suerte!

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  17. Noch vor ein paar Wochen schien ein Streik unvorstellbar – und nun kämpft ihr. Ihr seid grossartig! Bleibt unbeirrt, standfest und stark! Weder CEO noch VR sind die sda – ihr seid die sda, die wir alle brauchen.

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  18. Bravo et merci, collègues, de votre engagement!
    ce n’est qu’un début, continuons le combat!
    Cordialement!
    Jacques

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  19. Solidarische Grüße aus Florenz! Es muss verhindert werden, dass auch in der Schweiz ein Herr B. fast alles im Medienbereich kontrollieren kann wie in Italien. Deshalb braucht es neben der SRG auch eine starke SDA als Service public. Lasst Euch nicht unterkriegen!

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  20. Courage, chers collègues, avec ma solidarité et mon admiration pour votre lutte au service de notre profession.

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  21. Ich unterstütze euren Kampf für den weiterbestand der sda in bisheriger Dimension! Solide Information war nie nötiger denn jetzt! Martina Arpagaus, ehemalige sda- Mitarbeiterin

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  22. Bravo à toute l’équipe de l’ats et à la Commission de la rédaction pour votre combat, votre persévérance et votre courage. Votre mobilisation est impressionnante et le soutien que vous recueillez est unanime. Toute la Suisse connaît désormais l’ats et son travail précieux.

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